Spuren der Vergangenheit – Ahnenforschung in unseren Dörfern

Wer sich für die eigene Familiengeschichte interessiert, stößt früher oder später auf die Schätze in Archiven und alten Dokumenten.

Ahnenforschung ist wie eine Zeitreise in die eigene Geschichte. Namen, Daten und Orte erwachen in alten Dokumenten zum Leben und lassen uns erahnen, wie unsere Vorfahren gelebt haben.

Matrikenbücher sind die zentrale Quelle

Eine zentrale Quelle dafür sind die Matrikenbücher, die alten Kirchenbücher, in denen seit Jahrhunderten Taufen, Hochzeiten und Sterbefälle verzeichnet sind. Viele dieser Bände sind im Projekt Matricula online frei zugänglich. Mit wenigen Klicks kann man in digitalisierten Büchern blättern, die sonst nur in Pfarrarchiven oder Diözesanarchiven liegen würden.

Und vielleicht auf einen Eintrag stoßen, der den eigenen Urur-Großeltern gehörte. Ein unscheinbarer Eintrag aus dem 18. Jahrhundert kann so plötzlich der Schlüssel zu einer ganzen Familiengeschichte sein.

Katasterkarte um 1820

Noch spannender wird es mit der Franziszeischen Katasterkarte um 1820. Diese historische Landvermessung zeigt jedes Haus, jeden Hof und jedes Feld in unseren Dörfern, in feinster Detailtreue. Das Besondere: Die Karte lässt sich mit aktuellen Ansichten überblenden. So erkennt man sofort, wo ein altes Haus heute noch steht oder wo einst ein Hof war, der inzwischen verschwunden ist.

Zusammen ergeben Matriken und Kataster ein lebendiges Bild der Dorfgeschichte. Wir sehen nicht nur, wer unsere Vorfahren waren, sondern auch wo sie lebten und wie sich unser Dorf im Lauf der Jahrhunderte verändert hat.

Ahnenforschung ist damit weit mehr als die Suche nach Namen. Sie ist eine Reise, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet und uns zeigt, dass unsere Wurzeln hier tief im Boden unserer Dörfer liegen.

Taufbuch Hauskirchen Ahnenforshcung

Einstieg in Matricula – so findet ihr eure Vorfahren

Die Plattform Matricula online ist ein digitales Archiv von Kirchenbüchern. Hier könnt ihr kostenlos in den alten Matriken blättern, die sonst nur in Pfarr- oder Diözesanarchiven zugänglich wären.

Schritt 1: Die richtige Pfarre finden

  • Geht auf Matricula online.
  • Wählt Österreich → Erzdiözese Wien.
  • Dort findet ihr die Pfarren, zu denen unsere Dörfer gehören.
    • Hauskirchen, Prinzendorf und Rannersdorf liegen in der Pfarre Hauskirchen (teilweise auch in umliegenden Pfarren eingetragen).

Schritt 2: Die Bücher auswählen

  • Es gibt drei Hauptarten von Matriken:
    • Taufbücher (Geburten)
    • Trauungsbücher (Hochzeiten)
    • Sterbebücher (Verstorbene)
  • Klickt auf ein Buch, um es zu öffnen. Es ist vielleicht nicht gleich auf dem ersten Blick ersichtlich, doch es ist das kleine Fotokamera Symbol. Ihr könnt dann Seite für Seite durchblättern.

Schritt 3: Alte Schrift entziffern

Die Einträge sind in lateinischer oder alter deutscher Schrift. Typische Begriffe sind zum Beispiel:

  • natus – geboren
  • baptizatus – getauft
  • copulatus – verheiratet
  • defunctus – verstorben
  • patrini – Taufpaten

Mit etwas Übung lassen sich Namen und Daten schnell erkennen.

Schritt 4: Namen und Orte vergleichen

Notiert euch immer:

  • den vollständigen Namen
  • Datum
  • Eltern, Paten oder Ehepartner
  • den Wohnort oder die Hausnummer (falls angegeben)

Schritt 5: Mit der Katasterkarte kombinieren

Mit der Franziszeischen Katasterkarte von 1820 könnt ihr die damaligen Häuser und Felder sehen und per Überblendung mit der aktuellen Karte vergleichen, wo die Vorfahren lebten.


👉 Tipp: Am Anfang wirkt es vielleicht mühsam, Seite für Seite zu blättern. Doch jeder gefundene Eintrag ist wie ein kleiner Schatz. Plötzlich taucht ein Name auf, und man sieht: Hier, genau hier hat meine Familie vor 200 Jahren gelebt.

Ahnenforschung Hauskirchen Musikkapelle Rauscher Leopold Kapellmeister