Zwischen Topfpflanze und Weinviertelwind
Ich muss gleich ehrlich sein: Ich hatte keinen großen Gartenplan.
Eher so eine lose Idee von „ein bisschen Grün wird schon gehen“.
Die Tomatenpflanzen kamen auch nicht aus einer professionellen Aufzuchtstation oder so.
Nein, ich habe sie winzig klein von einer fürsorglichen Nachbarin bekommen.
So richtig winzig. Eher so: „Ob das überhaupt was wird, schauen wir mal.“
Sie hat auch ehrlich gesagt nicht wirklich daran geglaubt.
Also nicht unfreundlich, eher dieses typische Dorf-Nachbarschafts-Zweifel-Nicken.
Ich habe sie trotzdem genommen. Natürlich.
Und dann habe ich sie irgendwie großgezogen. Alle.
Alle 40.
Das war ungefähr der Moment, in dem die Nachbarin angefangen hat, mich anders anzuschauen.
Ich auch ein bisschen.
Die Pflanzen wurden groß, stark, sehr selbstbewusst.
Ich war stolz. Vielleicht ein bisschen zu stolz.
So ein „Schau her, ich kann das“-Stolz.
Dann kam der Regen.
Und mit dem Regen kam die Erkenntnis, dass Tomaten nicht nur wachsen, sondern auch eigene Meinungen zur Welt haben.
Sie wurden weich. Sehr weich. Und geschmacklich… sagen wir: eher eine Erfahrung als ein Genuss.
Am Ende stand ich da mit einer beeindruckenden Ernte und der leisen Frage, ob man das jetzt Erfolg nennt oder einfach nur sehr viel Natur auf einmal.
Die Nachbarin hat nur gesagt:
„Na schau. Hätt ich nicht gedacht.“
Ich auch nicht.


